Gemeinschaftspraxis Kaltenbach/Weber

Vorsorge Frau und Familienplanung

Bereits 50 Prozent der Frauen gehen regelmäßig zur Vorsorge, denn Vorsorge ist ein guter Lebensbegleiter. Krebsvorsorgeuntersuchungen sind wichtig und sollten von jeder Frau in Anspruch genommen werden.

Der Krebsvorsorgeabstrich vom Muttermund wird einmal jährlich für Frauen ab 20 Jahren von den Krankenkassen bezahlt. Ab dem 30. Lebensjahr gehört auch die Abtastung der weiblichen Brust und ab dem 50. Lebensjahr die Untersuchung des Enddarm zur Standardvorsorge.

Unter bestimmten Voraussetzungen kann es ratsam sein, zusätzliche Untersuchungen durchführen zu lassen, um ein Krebsrisiko auszuschließen. In Schleswig Holstein gibt es zusätzliche Vorsorgeprogramme für Brust und Eierstockkrebs, die von den Krankenkassen bezahlt werden. Sprechen Sie uns darauf an!

Darmkrebs

Von den Krankenkassen wird die „Vorsorgedarmspiegelung“ bei Versicherten ab dem 55. Lebensjahr empfohlen und vergütet. Wenn in der Familie Darmkrebs gehäuft auftritt, ist die Vorsorgedarmspiegelung als Krebsvorsorge auch schon vor dem 55. Lebensjahr sinnvoll und notwendig (siehe auch Kapitel Koloskopie-Check). Durch diese Untersuchung können kleine Polypen, die als Krebsvorstufen gelten, erkannt und entfernt werden.

Gebärmutterhalskrebs

Der Gebärmutterhalskrebs gehört, neben dem Brustkrebs, zu den am häufigsten auftretenden Krebsformen bei Frauen – trotz intensiver Vorsorgemaßnahmen. Inzwischen ist nachgewiesen, dass zwischen dem Auftreten des „Human Papilloma Virus“ (HPV) und dem Gebärmutterhalskrebs ein eindeutiger Zusammenhang besteht. HP-Viren werden durch Geschlechtsverkehr übertragen und können auch genitale Warzen verursachen. Gerade bei jüngeren Frauen scheint das Gewebe für diese Viren besonders empfänglich zu sein. Insgesamt die Hälfte aller Frauen erleiden eine HPV-Infektion. Bei 80 Prozent dieser Frauen wird die Infektion erfolgreich bekämpft, 20 Prozent erleiden eine chronische Infektion, die über Jahre fortbesteht und zu einem stark erhöhten Gebärmutterhalskrebs-Risiko führt. Durch ein neues Verfahren lässt sich das krebserregende HP-Virus nachweisen. Der HPV-Test hat sich als effektives Verfahren zur Verbesserung der Früherkennung des Gebärmutterhalskrebses erwiesen. Bei 80 Prozent der untersuchten Frauen ist der Test negativ, d.h., dass diese Frauen kein erhöhtes Risiko haben. Es gilt als gesichert, dass der HPV-Test Krebsvorstufen in einem sehr frühen Stadium entdeckt und damit die Heilungschance wesentlich verbessert wird. Der HPV-Screening-Test stellt somit eine sinnvolle und wirkungsvolle Maßnahme zur Krebsvorsorge dar, deren Kosten jedoch von den gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen nicht übernommen werden und somit eine Ergänzung zur gesetzlichen Vorsorge darstellen.

Neben dieser Vorsorgemaßnahme ist jetzt ein Impfstoff entwickelt worden, der die Frauen vor dem Befall des gefährlichen HP-Virus schützt. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten bei jungen Mädchen (11 bis 18 Jahre). Aber auch Frauen, die bereits jahrelang Geschlechtsverkehr ausüben, profitieren noch von der Impfung, da diese auch bei nachweisbarem HPV-Befall den Gebärmutterhals vor einer Krebserkrankung schützen kann.

Ultraschalluntersuchung

Die Ultraschalluntersuchung der Gebärmutter, Eierstöcke, Harnblase sowie der Bauchorgane (siehe auch Kapitel Sono-Check), kann sehr feine Veränderungen aufzeigen, sodass eine frühzeitige Behandlung eingeleitet werden kann.

Tumormarker

Die Tumormarker CEA, CA 19/9 und CA 15/3 (Brustkrebs) können bei unklaren Tastbefunden der Brust und bei der Nachsorge für den Brustkrebs darüber Aufschluss geben, ob ein Wiederaufflammen der Erkrankung oder eine Neuerkrankung vorliegt. Diese Tests sind somit auch eine sinnvolle Ergänzung der Vorsorgeuntersuchung für die Frau.

Die Wechseljahre der Frau

Die Wechseljahre der Frau werden dadurch ausgelöst, dass die Eierstöcke ihre Funktion einstellen und die Hormonproduktion nachlässt. Neben Hitzewallungen, Schweißausbrüchen, Schlafstörungen kann es auch zu körperlichen Beschwerden wie Gewichtzunahme, Gelenkbeschwerden oder Sehstörungen kommen. Die Gesundheit der Frau ist von einem intakten Hormonsystem abhängig und somit ist die Bestimmung der Hormone ein wichtiges Hilfsmittel für den Arzt, eine individuell abgestimmte Behandlung durchzuführen: Östradiol ist das klassische Weiblichkeitshormon, das in den Eierstöcken gebildet wird. In den Wechseljahren führen sinkende Östradiolspiegel zu vermehrter Faltenbildung der Haut und zu trockenen Schleimhäuten. Daher wird häufig die Einnahme von östradiolhaltigen Medikamenten in den Wechseljahren empfohlen. Progesteron verlängert die Lebensdauer von Hautzellen und steigert die Kollagenbildung. Somit wird der Alterungsprozess der Haut verzögert. Bei Progesteronmangel kann es zu einem Spannungsgefühl in der Brust und einer vermehrten Flüssigkeitseinlagerung kommen. Betroffene Frauen klagen darüber hinaus oft über seelische Unausgeglichenheit und vermehrte Gereiztheit. DHEA-S (Dehydroepiandrosteron-Sulfat) ist ein im Blut zirkulierendes Hormon, aus dem im Körper der Frau weitere wichtige Hormone wie Östradiol und Testosteron gebildet werden. FSH (Follikelstimulierendes Hormon) und LH (luteinisierendes Hormon) sind für die Beurteilung einer Hormonbehandlung während der Wechseljahre wichtig.

Potenzstörungen

Zu den nicht erwähnten – aber oft auf der Seele brennenden – Problemen gehören, nicht nur beim Mann, die Potenzstörungen. Potenzstörung und Probleme bei dem Geschlechtsverkehr kommen auch bei Frauen häufig vor. Scheuen Sie sich nicht, mich auf Ihr Problem anzusprechen.

Hautkrebs Aufgrund der zunehmenden Belastung unserer Haut mit ultraviolettem Licht kommt es zu einer frühzeitigen Alterung der Haut. Diese „Altersveränderungen“ können sich zu bösartigen, schlecht heilenden Geschwüren entwickeln. Die gesetzlichen Krankenkassen (IKK und LKK) fördern das Hautkrebsscreening durch Ärzte mit einer speziellen Schulung für Hautveränderungen. Durch ein frühzeitiges Erkennen und Entfernen solcher Hautveränderungen kann Hautkrebs geheilt werden.

Krebsvorsorge Frau – Check Paket:

Abstrich vom Gebärmuttermund

Krebsvorsorgeabstrich zur Beurteilung der Schleimhaut auf bösartige Zellen.

HPV-Test

Spezieller Abstrich zum Nachweis des gefährlichen HP-Virus.

HPV-Impfung

Dreimalige Impfung zum Schutz vor HP-Viren und damit Schutz vor Warzen und Gebärmutterhalskrebs.

Untersuchung der Brust

Genaues Abtasten der Brust, um nach Verhärtungen zu suchen.

Hautkrebsscreening

Gründliche Untersuchung der gesamten Haut auf mögliche bösartige Veränderungen.

Sonografie

Ultraschalluntersuchung von feinen Veränderungen im Bereich der inneren Geschlechtsorgane und des übrigen Bauchraums (siehe auch Kapitel Sono-Check).

Vorsorgedarmspiegelung

(siehe auch Kapitel Koloskopie-Check)

Tumormarker

CEA (Magen-Darm-Krebs), CA15/3, CA19/9 (Brustkrebs) (siehe auch Kapitel Labor-Check).

Hormon-Check

Hormonbestimmung, die für die Beurteilung der Situation während der Wechseljahre wichtig sind: DHEA-S, LH, FSH, Östradiol, Progesteron (siehe auch Kapitel Labor-Check).

Beratung

Wenn alle Untersuchungsbefunde vorliegen, werden die Ergebnisse in einem gemeinsamen Gespräch diskutiert und bei kritischen Ergebnissen nach praktikablen Vorgehensweisen gesucht.